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Bericht zur Spielwoche 19.-25.03.2018

1. Mannschaft

SG Ettlingen 1 - RW Sandhausen 1 - 6135:6247

>> SG Ettlingen unterliegt bärenstarkem Vizemeister RW Sandhausen zu Hause - Rene Zesewitz erzielt neuen Fabel-Bundesligarekord <<

In der 21. Spielwoche und damit dem vorletzten Rundenspieltag erwartete die SG Ettlingen den Tabellenzweiten Rot-Weiß Sandhausen in Ettlingen. Die Tabellensituation war für die Ettlinger vor dem Spiel klar, wenn man zuhause würde punkten können, dann wäre dies ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt. Aus diesem Grund waren die Ettlinger zuversichtlich, dem designierten Vizemeister vor heimischer Kulisse ein Bein stellen zu können. Mit Körpersprache und Auftreten wollte man den Sandhäusenern gleich den Schneid abkaufen und so von Beginn an dominant das Spiel machen. Aber meistens kommt es anders, als man denkt und so nahm das Spiel dank eines Weltklasseauftritts eines gegnerischen Keglers eine unerwartete Wendung. Aber zuerst einmal von Beginn an...

Im Startpaar schickte Sportwart Thomas Speck für die Gastgeber Gerd Wolfring und Dieter Ockert auf die Bahnen, die Gäste vom Hardtwald stellten hier Thomas Olson und Simon Haas dagegen. Gerd Wolfring, nicht ganz so stark wie in den letzten Spielen, steigerte sich nach verhaltenem Beginn noch auf starke 1066 Kegel und konnte hier seinen Gegner Thomas Olson mit 1051 Kegel auf Distanz halten. Dieter Ockert, immer noch nicht ganz gesund, kämpfte zwar wie ein Löwe, musste sich aber schlußendlich mit undankbaren 999 Kegel begnügen und hatte gegen einen dynamischen und topfitten Simon Haas mit 1054 Kegel deutlich das Nachsehen. So standen 40 Kegel Minus auf der Anzeige, da die Sandhäusener gleich das Heft in die Hand nahmen und Paroli boten.

Das Ettlinger Mittelpaar mit Andreas Wolf und Rainer Grüneberg wollte nun gegen Rene Zesewitz und Christian Menkens den Druck erhöhen und das Spiel drehen. Andreas Wolf begann gut, konnte aber an diesem Tag nicht den Vorteil der Bahnen nutzen und blieb am Ende mit 986 Kegel deutlich unter seinen Möglichkeiten. Auf der anderen Seite zeigte Rene Zesewitz den Zuschauern, was die Ettlinger Bahnen hergeben, wenn man sie richtig spielen kann. Über 287 Kegel und 281 Kegel legte Rene noch einen Zahn zu und toppte auf der dritten Bahn mit 302 Kegel die magische Schallmauer und wechselte mit 870 Kegel auf die vierte Bahn, eine Zahl, wo mancher Kegler schon sein gesamtes Spiel absolviert hat. Die Zuschauer witterten, dass eine Sensation in der Luft liegt und gingen bei jedem Wurf frenetisch mit, um diesen Ausnahmespieler bei seinem Weg zum möglichen neuen Bundesligarekord zu unterstützen. Auch auf der vierten Bahn spielte Rene Zesewitz wie aus einem Guß und konnte mit 291 Kegel auf unglaubliche 1161 Kegel erhöhen. Mit diesem Ausnahmeergebnis übertraf er den alten Bundesligarekord der DCU um 11 Kegel und nahm nebenbei seinem Gegenspieler alleine 175 Kegel ab, so dass das Spiel eigentlich schon frühzeitig entschieden war. Rainer Grüneberg und Christian Menkens trennten sich mit 1029 Kegel zu 1040 Kegel fast unentschieden, mit leichtem Vorteil für den Gastkegler. Nach dem Mittelpaar lagen die Ettlinger schier uneinholbar mit 226 Kegel zurück und die Messe schien gelesen.

Im Schlusspaar duellierten sich dann Thomas Speck und Stephan Petrowitsch mit Sören Busse und Christian Cunow. Thomas Speck spielte von Anfang an auf höchstem Niveau und trieb mit seinem präzisen Spiel seinen Gegner Sören Busse schier in den Wahnsinn. Mit 579 Kegel zur Halbzeit (302 Kegel auf der zweiten Bahn) konnte er 106 Kegel auf seinen Gegner aufholen, der dann gegen Michael Krug ausgewechselt wurde. Das Spiel wurde nochmals eng, aber auf den letzten beiden Bahnen waren die Gegner nochmals am Drücker und die Ettlinger kamen nicht mehr groß heran. Thomas Speck schloß sein Spiel mit starken 1073 Kegel ab, seine beiden Gegner Sören Busse und Michael Krug kamen zusammen auf 931 Kegel. Stephan Petrowitsch zeigte ungewohnte Schwächen in seinem Spiel und blieb mit 982 Kegel weit unter seinen Möglichkeiten und wurde sogar schlechtester Ettlinger an diesem Tag. Christian Cunow nahm dieses Geschenk an und zeigte mit 1010 Kegel seine Klasse.

Mit 6135 Kegel zu 6247 Kegel hatten die Ettlinger am Ende das Nachsehen, obwohl das Ergebnis nicht schlecht war, aber ein über sich hinauswachsender Rene Zesewitz entschied das Spiel heute im Alleingang. Es war ein Genuß, diesem Auftritt zusehen zu können und es hat sich wieder gezeigt, dass die Ettlinger Bahnen zu einer der besten Anlagen Deutschlands gehören und solche Ergebnisse auch zulassen.

Die Ettlinger bleiben vorerst auf Platz 7 der Tabelle, sind aber weiter punktgleich mit Bahnfrei Damm und dem 1. SKC Monsheim. Im letzten Spiel in Plankstadt wird sich das Schicksal der Ettlinger entscheiden. Mit einem Sieg wäre man voraussichtlich gesichert, mit einer Niederlage müsste man fast sicher in ein Entscheidungsspiel mit dem 1. SKC Monsheim auf neutraler Anlage, da Bahnfrei Damm sicher in Frammersbach gewinnen wird.

Es stellt sich für die Ettlinger die Frage, wie sportlich es ist, dass eine Mannschaft, die schon abgestiegen ist und zum Rundenende nur noch mit einer Rumpfmannschaft antritt, dadurch noch massiv in den Abstiegskampf eingreift. Wenn man das Pech hatte und früh in der Spielrunde auf eine noch hochmotivierte Mannschaft traf und dadurch trotz bestem Auswärtsergebnis unterlag, so ist es doch ziemlich ungerecht, dass die selbe Mannschaft zum Rundenende plötzlich hunderte von Kegel weniger spielt und die Auswärtsmannschaften fast schon Gastgeschenke bekommen.

Die Ettlinger gehen nun hochmotiviert und mit erhobenem Haupt in das fast aussichtslose Spiel in Plankstadt, da die Hausherren ihre Bahnen fast nach Belieben beherrschen und zum Rundenabschluss nochmals ihre Klasse beweisen wollen. Aus diesem Grund laufen jetzt schon die Planungen für ein evtl. Entscheidungsspiel oder gar die Relegation, um für alles frühzeitig gerüstet zu sein.

Ergebnisse: Thomas Speck 1073, Gerd Wolfring 1066, Rainer Grüneberg 1029, Dieter Ockert 999, Andreas Wolf 986, Stephan Petrowitsch 982

Fazit: Gegen eine Sandhäusener Mannschaft in Topform sowie einen entfesselt aufspielenden Rene Zesewitz mit neuem Bundesligafabelrekord von 1161 Kegel war an diesem Wochenende kein Kraut gewachsen. Trotz aller Bemühungen ging der Sieg an die Gäste, die ihn auch verdient hatten. Selbstkritisch muss man auch sagen, drei Ergebnisse unter 1000 Kegel sind in Ettlingen für eine Heimmannschaft deutlich zu wenig, um gegen Top-Mannschaften zu punkten.